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Abu Simbel PDF Drucken E-mail
Geschrieben von Christa   
Feb 01, 2010 at 06:47 PM
Letzte Änderung ( Feb 07, 2010 at 11:36 AM )

Unsere Fahrt nach Abu Simbel war der Höhepunkt unserer Ägyptenreise. Morgens um
4:00 Uhr wurden wir zum Sammel-Treffpunkt aller derer, die an dem Tag ebenfalls
nach Abu Simbel fahren wollten, gebracht. Mit unserem Reisebus und militärischem
Eskortengeleit ging die Fahrt von Assuan, über die Verbindungsstrasse westlich
des Nassersees durch die Libysche Wüste unserem Ziel entgegen, welches wir nach
ca. 4,5 Stunden erreichten.

Abu Simbel, etwa 240 km südwestlich von Assuan, liegt im ägyptischen Teil
Nubiens, ca. 20 km südwestlich zur sudanesischen Grenze in der Sahara.

Hier befindet sich der im 13. Jahrhundert v. Chr. errichtete Felsentempel des Pharao Ramses II aus der 19. Dynastie des altägyptischen Neuen Reiches und der kleine Hathor-Tempel zur
Erinnerung an seine königliche Gemahlin Nefertari.
Beide Tempelanlagen stehen  seit 1979 auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.
Ursprünglich lag Abu Simbel am Westufer des Nils. Im Oktober 1965 ist es auf
spektakuläre Weise auf eine Insel im Nassersee versetzt worden, die durch einen
befahrbaren Damm an der Nordwestseite mit dem Ort Abu Simbel verbunden ist.
Grund der Umsetzung war die Flutung des Niltals durch den neuen Assuan Stausee.
Eine weitere Möglichkeit den Ort zu erreichen ist auf dem Luftweg, welches aber
preislich nicht unbedingt günstig ist, oder mit dem Schiff über dem Nassersee.

Wie schon geschrieben erreichten wir unser Ziel gegen 8:30 Uhr und waren
überwältigt, von dem was sich unseren Augen bot. Am Tempeleingang des großen
Felsentempels flankierten 4, aus dem Felsen gehauene, 20m hohe Statuen des
Pharao Ramses II., zu seinen Füßen waren kleinere Kolosstatuen seiner Gemahlin
Nefertari, seiner Mutter Tui, seiner Söhne und Töchter zu sehen. Die Tempelfront
krönte ein Fries mit heiligen Affen. Südlich dieser Terrasse befand sich ein, in
Felsen geschlagener Tempel, für den Gott Amun. In der nördlichen,
kapellenartigen Terrasse konnte man den Sonnenaltar des Gottes Re, der noch sehr
gut erhalten ist, sehen.







Nach passieren des Tempeleinganges findet man sich einer großen tiefen Halle,
die von acht quadratisches Osirispfeilern gestützt ist, wieder. An den Mauern
befinden sich noch sehr gut erhaltene und beeindruckende Reliefe, die die Taten
des Pharaos darstellen, z.B. als er mit seinem Heer und seinem berühmten
Streitwagen die Hethiter angriff.
Die Achse des großen Felsentempels ist von Westen nach Osten ausgerichtet und
bewirkt, das zweimal im Jahr zur "Tagundnachtgleiche", früher am 20. Februar und
am 20. Oktober, jetzt mit einer Verschiebung um einen Tag auf den 21., die
Strahlen der aufgehenden Sonne bis zu den 4 Götterstatuen an der Rückwand des
Tempels dringen können. Allerdings werden nur drei der vier Götter angestrahlt,
Ptah, der Gott der Unterwelt, bleibt im Dunkeln.

Der kleine Felsentempel daneben, ist mit großer Wahrscheinlichkeit, der Göttin
Hathor und seiner Lieblingsfrau Nefertari geweiht.

 
 
Vom Eingang gelangt man in einen großen Saal, dessen Decke von quadratischen Pfeilern mit Hathor Kapitellen gestützt wird. Auf einem der Pfeiler ist ein sehr guterhaltenes Relief der Königin zu sehen, die genau, wie ihr Gemahl, die Doppelkrone trug. Im Tempel selbst befinden sich 10 m hohe Statuen von Ramses II. und  Nefertari.
Durch einen breiten, nicht sehr tiefen Vorraum gelangt man in den
allerheiligsten Raum. In diesem kann man eine Statue von Ramses II. der von der
Göttin Hathor in Gestalt einer Kuh beschützt wird, die hinter ihm aus dem Felsen
hervorzutreten scheint, bewundern.

Ramses II. wurde mit 25 Jahren König von Ägypten und regierte ca. 67 Jahre lang,
gemeinsam mit seiner Lieblingsgemahlin Nefertari, Ober- und Unterägypten. Aus
dem Grund sind die Reliefe von ihm und seiner Gemahlin meistens mit einer
Doppelkrone dargestellt. Ebenfalls von ihm sind die meisten Bauwerke und
Hinterlassenschaften in Ägypten, wobei Abu Simbel sein größtes Bauwerk geworden
ist. Er hatte viele Frauen und Nebenfrauen und ihm wird nachgesagt, das er über
hundert Töchter und Söhne hatte, die Anzahl ist bis heute jedoch unbekannt.
Vermutlich starb er im Alter von 92 Jahren. Er wurde mit seinem Sarkophag im Tal
der Könige in Luxor beigesetzt.

Ich denke, das es für jeden Ägyptenurlauber, der sich für die Kultur dieses
Landes interessiert, ein muss ist, diese fakultative Reise nach Abu Simbel
einmal zu erleben, auch wenn diese nicht gerade günstig erscheint und man mitten
in der Nacht aufstehen darf. Sie ist es aber in jedem Fall wert und vor allem
sehenswert...

Blick auf den Nassersee
 

Hinter den Tempeln mit Eingang zu der linken Betonkuppel die man leider nicht mehr betreten darf.
 

Eine typische Fata Morgana auf dem Rückweg nach Assuan.
 

Einer der vielen Busse in unserer Kolonne

 

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